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Stadtbahn Karlsruhe

Beleuchtungskonzept und -planung für den Neubau von 7 unterirdischen Haltestellen, 2004 – heute

Gewonnener Wettbewerb der Architekten AllmannSattlerWappner und Ingo Maurer.
Friederike Klesper leitete das Projekt für Ingo Maurer bis 2016.

Die Stadt Karlsruhe lud 2004 zu einem Wettbewerb für 7 neue U-bahn Stationen im Karlsruher Stadtzentrum ein. Hintergrund für die neuen Stationen war das überfüllte Stadtzentrum zu entlasten und eine echte Füßgängerzone zu schaffen. Ingo Maurer entwickelte dabei das Beleuchtungskonzept für die 7 neuen U-bahn Stationen im Karlsruher Stadtzentrum. Es sollte einen gestalterischen Schwerpunkt darstellen. 

Das Konzept sieht zwei Raumkategorien vor, die unterschiedlichen Gestaltungsprinzipien folgen: dem Transferraum als Verteilerebene und die Bahnsteigebene.

Im Transferraum wird die Kubatur des Ingenieurbauwerks direkt und ohne bauliche Verkleidungen abgebildet. Der Aufenthalts- und Wartebereich auf Bahnsteigebene hat mit seinen hellen Oberflächen einen beruhigenden, beinahe meditativen Charakter. Gleiche Materialität von Decke, Wand und Boden sorgen für Reduktion und Fokussierung auf die wichtigen Elemente wie zum Beispiel Schriften und Zeichen. Auch durch die abgerundeten Ecken auf Bahnsteigebene entsteht ein fast meditativer Raum. Lediglich das Lichtsystem versetzt diesen Raum in leichte Schwingungen, in eine spürbare Elektrizität.  

Die vorhandenen Oberleitungen, die notwendigerweise im Raum verspannt werden, bildeten den Ausgangspunkt für das Lichtkonzept. In jedem der sieben Bahnhöfe sind Drahtseile quer über beide Bahnsteige gespannt. Auf jeder Seite des Bahnsteigs liegen zylindrische Leuchtstäbe auf den Seilen. Sie leuchten direkt den Bahnsteig sowie indirekt den Deckenhohlraum aus. Darüber hinaus werden die wartenden Fahrgäste am Bahnsteig von farbigen Schatten gerahmt. Diese folgen den Wartenden und laden zu Interaktionen untereinander ein. Beim Durchlaufen des Lichtkegels splittet sich das Licht gemäß dem Prinzip der additiven Farbmischung in dreifarbige Schatten auf.

Die Inbetriebnahme ist aufgrund der großen baulichen und logistischen Herausforderung erst für 2019/2020 vorgesehen.